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Theresienkirche

 

Im Jahr 1560, dreißig Jahre nach der Markgrafenschaft Bayreuth, war Marktredwitz protestantisch. Während des 30-jährigen Krieges bis hinein ins 18. Jahrhundert gab es kaum katholische Einwohner. Nachdem es immer wieder zu Grenzzwischenfällen kam begann man, eine kleine Garnison einzurichten. Die seelsorgerliche Betreuung der (zumeist) katholischen Soldaten oblag der böhmischen Landesherrin, Kaiserin Maria Theresia.

Um Gottesdienste abhalten zu können, sollte ursprünglich eine katholische Militärkapelle samt Pfarrhof errichtet werden; dafür wurden im Jahr 1755 zwei Häuser auf dem oberen Markt erworben.

Nachdem es 1763 erneut zu Auseinandersetzungen kam, wurde eine ganze Kompanie, samt ihrer Familien, nach Redwitz verlegt.

Daraufhin kam es zum Bau der ehemaligen katholischen Pfarrkirche St. Theresia (jetzt Theresienkirche) mit Grundsteinlegung im Jahr 1776. Die Weihe des Gotteshauses fand am 15. Oktober 1777 (Festtag der Kirchenpatronin Hl. Teresia von Avila) statt; 1785 wurde die Theresienkirche zur Pfarrkirche der Garnison und der katholischen Zivilbevölkerung erhoben. 

 

TheresienkircheDas Gebäude liegt schräg gegenüber dem Rathaus, an der Kreuzung zweier wichtiger Straßen. Es ist mitsamt dem ehemaligen Priesterhaus eingebunden in die Häuserflucht.

 

Die Kirche ist im Stil des römischen Barocks gebaut. Der Name des Baumeisters ist nicht bekannt; die Quellen erwähnen nur, dass er aus Eger stammte.

 

 

 

Altar_TheresienkircheDer Hochalter stammt aus der Zeit der Kirchenerbauung und wurde im Stil des ausgehenden Rokoko geschaffen. Die Tabernakeltür ist geschmückt mit dem Bild des Pelikans, der seine Jungen mit dem eigenen Herzblut ernährt (Symbol für das Kreuzesopfer Christi). Weiter befinden sich am Hochalter die Skulpturen des Heiligen Petrus (Schlüssel), des Heiligen Paulus (Schwert), die Heilige Anna (Buch) und ein weiterer männlicher Heiliger, der vermutlich den Heiligen Josef darstellt. 

Auf dem Altarblatt ist die Verzückung der Heiligen Teresa zu sehen (Gebetserfahrung, bei der die Heilige die Liebe Christi erfuhr). 

 

 

Die Fresken in der Kirche wurden von A. Stadler geschaffen und stellen dar:

  • die Speisung der Fünftausend Mt 14,15-21 (häufig theologisch interpretiert als Zeichen für die Eucharistie),
  • die Himmelfahrt Mariens (oft Symbol als künstlerisches Thema der Gegenreformation),
  • die stillende Mutter verkörpert Caritas (Nächstenliebe),
  • Putten mit Füllhorn (Zeichen für den Überfluss),
  • sowie die Schlüsselübergabe an Petrus Mt 16, 17-19 (römisch-katholische Tradition für das Binden und Lösen als Bild für den Primat des Papstes).

Zu Füßen von Christus ist die Signatur des Malers zu erkennen.

 

 

Kanzel_Theresienkirche

 

Die Kanzel wurde in der Tradition des Rokoko geschaffen. Sie besitzt einen Schalldeckel, auf welcher die Auferstehung dargestellt ist, zwei Putten, eine Tiara

(Attribut des Heiligen Papstes Gregor), eine Posaune (willkürlich 1983 verändert, ursprünglich mit dem Stab des Heiligen Einsiedlers Hieronymus), ein Engel mit Bienenkorb (Heiliger Ambrosius), und das Flammende Herz (Hl. Augustinus). Diese Heiligen gelten als römische Kirchenväter und als "Säulen der Kirche", Garanten der richtigen Lehre.

 

 

 

 

Sehenswert sind weiter: der Taufstein, der Kreuzweg (1779) mit 15 Stationen, die Madonna als Patrona Bavariae (18. Jahrhundert), Antonius von Padua, Christus am Kreuz, das Kastenschloss am Hauptportal mit doppelköpfigem Reichsadler (und Ornament "JO" für Joseph und "M" für Maria Theresia) aus dem Jahr 1777.

 

 

 

 

 

 

Die Kirche ist zweigeschossig. Weitere äußere Merkmale sind:

  • die Inschrift auf dem Portal:                                                                 OPUS CURANTE SENATU CIVITATIS EGRAE A SAL. MDCCLXXVII                     (Ein Werk im Auftrag des Stadtrates von Eger im Jahre des Heils 1777)
  • eine weitere Inschrift am Verdachungsgesims:                                       IOSEPHUS II ET MARIA THERESIA AUG. HANC AEDEM HONORIBUS DIVAE THERESIAE VIRGINIS PRO DIVINIS MILITIS STATIONARIO ADMINISTRANDIS EXTRUI IUSSERE
    (Kaiser Joseph II. und Kaiserin Maria Theresia haben angeordnet, dieses Bauwerk zu Ehren der Heiligen Jungfrau Theresia für den Gottesdienst der Garnision zu errichten) und
  • die Statue der Ecclesia mit Tiara und Papstkreuz (der Kelch ist verwittert) in der Nische auf der Frontseite